Das Werkzeug schafft das visuelle Ergebnis. Vor allem Material und Bewegungen sorgen für Strukturen oder glatte Oberflächen. Zu der Wahl des Werkzeuges kommt das richtige Schleifmittel hinzu, mit dem Sie die Oberflächen schleifen und sich für mehr oder weniger Schleifeffekt entscheiden können. Nicht jedes Schleifmittel eignet sich, auch nicht jede Schleifmaschine ist zu empfehlen. Genauso wichtig ist die Wahl der richtigen Rolle und des richtigen Klebebands. Die Rollen, die Sie verwenden, muss eine feine Struktur haben und dürfen keine Rückstände hinterlassen. Fussel und Flusen von der Rolle kleben sich an der Oberfläche fest und bilden unschöne Einschlüsse.
Für ein sauberes, fugenloses Ergebnis kommt es bei Mikrozement nicht nur auf das Material selbst an, sondern auch auf das passende Werkzeug für jeden Arbeitsschritt – vom Auftragen über das Schleifen bis zur Versiegelung. Die folgende Übersicht zeigt, welche Werkzeuge für welchen Schritt sinnvoll sind.
Folgende Werkzeuge sind empfehlenswert
- Malerrolle bzw. Mikrofaserwalze mit kurzer bis mittlerer Florhöhe zum Auftragen der Grundierung
- Schleifpads, im Idealfall aus keramischen Korund in einer Körnung von P40 bis P120
- hochwertiger Spachtel aus Stahl
- Silikon- oder Edelstahl-Rakel zum Versiegeln der Oberfläche
Spachtel und Glättkellen
Zum Auftragen von Mikrozement eignet sich eine venezianische Spachtel aus INOX-Edelstahl mit gummiertem, rundem Griff am besten – sie verfärbt die Oberfläche nicht und hinterlässt keinen Schleier. Für Wand- und Bodenflächen bis etwa 20 m² reicht eine Größe von 240 mm, für größere Flächen ab 20 m² empfiehlt sich die 280-mm-Variante, da sie in kürzerer Zeit mehr Fläche abdeckt.
Für sehr kleine oder schwer zugängliche Stellen kommt zusätzlich ein Japanspachtel zum Einsatz, für Ecken und Kanten ein Kunststoff-Spachtel mit dreieckiger Spitze, der sich präziser führen lässt als die großen Stahlspachtel.




Für kleinere Flächen, wie Duschen, Regale, Möbel empfehlen wir Ihnen einen kleineren Venezianischen Spachtel von maximal 200 mm aus Edelstahl, möglichst Abriebarm. Winzige Stellen können mit Japanspachtel bearbeitet werden. Wir bieten für Ecken und kleine Flächen dazu einen Kunststoff Spachtel mit einer dreieckigen Spitze an, mit dem Sie in Ecken und Kanten kommen. Für größere Flächen und ein etwas ruhiger gespachteltes Gesamtbild eignet sich der venezianische Spachtel mit einer Größe von ca. 240 mm. Venezianische Spachtel haben abgerundete Ecken und vermeiden Rückstände von überschüssigem Material rechts und links vom Werkzeug an der Wand. Glatte Bodenflächen schaffen Sie mit unserem Glätter, den Sie mit einer Halterung an einer Verlängerung, wie einem Besen im Stehen verwenden können. Sie Glätten den Boden mit dem Federglätter aus Edelstahl und haben so wenig wie möglich an Struktur.
Schleifen
Zwischen den Schichten und vor der Versiegelung wird Mikrozement geschliffen, um Kellenspuren und kleine Unebenheiten zu entfernen. Bewährt haben sich dafür keramische Schleifpads mit Netzstruktur (z. B. Mirka Abranet), da sie durch die durchgehende Lochung Schleifstaub direkt zur Absaugung durchlassen und so ein deutlich staubfreieres Arbeiten ermöglichen als klassisches Papier-Schleifpapier. Die Kornart Keramikkorund wird dabei bewusst eingesetzt: Sie schärft sich unter Last durch kontrollierte Mikrofrakturen selbst nach und hält dadurch spürbar länger als andere Kornarten.
In der Praxis wird meist zweistufig gearbeitet: eine gröbere Körnung von P40 für den ersten Schliff nach dem Auftragen, gefolgt von P120 für den Feinschliff vor der Versiegelung. Wer die Oberfläche noch feiner vorbereiten möchte, kann zusätzlich mit einer mittleren Körnung wie P60–P80 zwischenschleifen – vor allem bei größeren, stark beanspruchten Flächen sorgt das für ein gleichmäßigeres Ergebnis. Für die Fläche selbst eignet sich ein 125-mm-Exzenterschleifer oder eine einstellbare Flex, für Ecken, Kanten und schwer zugängliche Details ein kleineres keramisches Schleifnetz von Hand.

Schleifscheiben
hochwertiges keramisches Korn mit ausgeprägtem Selbstschärfeffekt
bricht unter Last kontrolliert in Mikrofrakturen ab und bildet dadurch permanent neue, scharfe Schneidkanten
Zweistufiges Körnungs-Set: P40 für den Grobschliff nach dem Auftragen, P120 für den Feinschliff vor der Versiegelung
Verbessertes Netzgewebe statt geschlossenem Papierträger – lässt Schleifstaub direkt zur Absaugung durch und ermöglicht dadurch staubfreies Arbeiten
Besonders reiß- und verschleißfest dank stabiler Netzstruktur, auch bei intensiver Nutzung
Versiegeln: Rollen und Zubehör
Für den Tiefengrund kommen Flockrollen zum Einsatz, die möglichst wenig bis keine Flusen abgeben, damit keine Fasern in der Oberfläche hängen bleiben. Für die PU-Versiegelung werden dagegen nicht saugende Velours-Rollen verwendet. Diese Rollen haben winzige feine Haare und sind hart. Sie haben so gut wie keine Saugkraft und verteilen den PU-Siegel so gleichmäßiger. Waschen Sie die Rollen mit der Hand und klarem kalten Wasser aus.
Üblich sind 150 mm für kleinere Flächen und Kanten sowie 230 mm für größere Bodenflächen, jeweils mit passendem Rollenbügel. Ein Silikon-Abzieher (Rakel, ca. 230 mm) hilft dabei, die Versiegelung gleichmäßig und ohne Streifen zu verteilen, eine Teleskopstange (ca. 500 mm) erleichtert das Arbeiten auf größeren Bodenflächen ohne ständiges Bücken. Übergänge zu Wänden, Fenstern oder anderen Bauteilen werden vorab mit Malerkrepp (ca. 42 mm) sauber abgeklebt.
Der Materialbedarf wäre bei der Verwendung einer saugfähigen Flockrolle sehr hoch. Zudem besteht die Gefahr, dass die Rolle bei zu häufigem Überrollen einer Fläche, den Siegel abträgt.

Rolle (Nylon- oder Mohair-Rolle)
Ideal für dünnflüssige Versiegelungen (Nano-Versiegelungen, wässrige Polyurethane)
Gleichmäßiger Auftrag ohne Streifenbildung
Schnelle Verarbeitung auf großen Flächen
Gute Penetration in die Mikrozement-Poren
Bei zu dickflüssigen Produkten, wie hochviskose Epoxidharze, kann die Schicht ungleichmäßig werden
evtl. Lufteinschlüsse bei zu schnellem Arbeiten

Silikon-Rakel (oder Edelstahl-Rakel)
Perfekt für hochviskose Versiegelungen, wie zähflüssige Epoxidharze
Exakte Dosierung, da zu starker Materialauftrag verhindert wird
Glatte, streifenfreie Oberfläche (wichtig bei hochglänzenden Versiegelungen).
Erfordert mehr Übung (zu starker Druck kann zu ungleichmäßiger Schicht führen)
Langsamer als die Rolle, daher bei großen Flächen aufwendiger
Weiteres Zubehör
Neue Farbrollen sollten vor dem ersten Einsatz mit Paketklebeband entflust werden, damit sich keine losen Fasern in der frischen Oberfläche festsetzen. Auch während der Arbeit hilft ein Klebestreifen, um lose Haare oder Fusseln direkt von der Fläche zu entfernen, bevor sie einschließen.


Fazit: Mikrozement Werkzeug
Die Wahl der Werkzeuge beeinflusst das spätere Erscheinungsbild ebenso wie die Materialwahl selbst: Ob eine feine, glatte Oberfläche oder eine Fläche mit sichtbarer Struktur entsteht, hängt maßgeblich davon ab, mit welchem Spachtel, welcher Körnung und welcher Technik gearbeitet wird.
Hallo.
Wir spielen mit dem Gedanken die fronten unserer Einbauküche mit ihren Artikel zu machen.
Problem was wir sehen ist das die fronten der Küche Kassetten sind also keine glatte Flächen. Gibt es da eine Lösung?Die Farbe auf den Fronten ist noch einwandfrei in Ordnung.
mfg W.Brück
Hallo Herr Brück,
grundsätzlich ist das auch bei Kassettenfronten möglich. Da die Flächen jedoch nicht eben sind und viele Kanten sowie Vertiefungen aufweisen, empfehle ich, den Mikrozement mit einem Pinsel aufzutragen. So lässt sich das Material gleichmäßig in die Vertiefungen einarbeiten.
Anschließend sollte die Oberfläche von Hand mit einem keramischen Schleifnetz geschliffen werden. Wichtig ist dabei, den Mikrozement nicht zu lange trocknen zu lassen. Bei unserem System empfehlen wir, den ersten Schleifgang bereits nach spätestens zwei Stunden durchzuführen. So lässt sich das Material optimal bearbeiten und ein gleichmäßiges Ergebnis erzielen.
Bitte beachten Sie, dass sich diese Empfehlung ausschließlich auf unsere Mikrozement-Systeme bezieht. Wie sich Produkte anderer Hersteller verarbeiten lassen, kann ich nicht beurteilen.
Viele Grüße Katarzyna Hoffmann